Schloss Berbisdorf
Das Schloss Berbisdorf bei Radeburg (nördlich von Dresden) hat eine bewegte Geschichte. Es entwickelte sich aus einer mittelalterlichen Wasserburg des gleichnamigen Adelsgeschlechts und erlebte zahlreiche Umbauten, Besitzerwechsel sowie eine wechselvolle jüngere Vergangenheit.
Von damals bis heute
- Ursprung als Wasserburg (14.–16. Jahrhundert): Der Herrensitz im Promnitztal wurde 1357 erstmals urkundlich erwähnt. Die ursprüngliche Wasserburg entstand im 16. Jahrhundert auf einer künstlich angelegten Insel. Als Namensgeber und frühe Besitzer gilt die Familie von Berbisdorf.
- Umbau zum Barockschloss (1666–1711): Unter der Familie von Zeidler wurde die Anlage zwischen 1666 und 1670 zu einem prächtigen Wasserschloss umgebaut. Die nachfolgende Familie von Trützschler fügte um 1711 barocke Elemente, zwei Kavaliershäuschen und einen Glockenturm hinzu.
- Romantischer Historismus (1878–1889): Das heutige Aussehen erhielt das Schloss im ausgehenden 19. Jahrhundert. Nachdem das Schloss in den Besitz der Herren von der Decken übergegangen war, wurde 1878 die ursprüngliche Dreiflügelanlage zu einem rechteckigen Bau umgebaut. Der markante, an das Schloss Moritzburg erinnernde Turm wurde 1889 von Otto Freiherr von Spörcken angebaut und prägt noch heute die Silhouette.
- Kriegsende und DDR-Zeit: Der letzte private Besitzer vor dem Zweiten Weltkrieg, Dr. Karl Walter Große, starb bei einem Bombenangriff auf Dresden. Nach 1945 wurde das Rittergut im Zuge der Bodenreform enteignet, aufgeteilt und das Schloss verfiel über Jahrzehnte hinweg.
- Privatisierung und Gegenwart: Nach der Wende wechselte das Gebäude mehrfach den Besitzer. Seit Mai 2013 befindet sich das Wasserschloss in privater Hand und wird seitdem aufwendig und liebevoll restauriert.